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Gesundheitsgefährdende Unterbringung in Vertragshostel von Bezirk Mitte

❗️Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel und der Integrationsbeauftragte Stephan Winkelhöfer nehmen seit Monaten katastrophale und gesundheitsgefährdende Umstände in Vertragshostel in Kauf❗️

 

Seit einem Jahr lebt die Familie M. mit 3 Schulkindern und einem Kind im Kindergartenalter unweit des Alexanderplatz‘ in einer vom Bezirk Mitte betriebenen Unterkunft. Nach unserem Kenntnisstand ist dieses Vertragshostel ausschließlich mit geflüchteten Familien belegt.

Unsere exemplarische Familie M. lebt seit einem Jahr in einem von Wanzen befallenen 30 qm großem Raum zu Sechst!

 

Immer wieder kommt es bei den Kindern, aber auch den Erwachsenen, zu allergische Reaktionen und Infektionen. Der durch die Bisse entstehende Juckreiz hält unvermindert an, täglich.

 

Die Familie versucht alles in ihrer Kraft stehende, den Wanzen Herr zu werden. Sie haben von uns neue Matratzen erhalten, die sie prophylaktisch in Folie eingewickelt haben. Ihre komplette Kleidung verwahren sie in Mülltüten statt im Schrank, um die Wanzen fernzuhalten!

Aber egal was sie tun, wie sehr sie sich auch bemühen, wie oft sie ihre Kleidung wegschmeißen und wir sie neu versorgen, immer und immer wieder finden sie neue Bisse, Tiere im Bett.

 

Aber wie sollen sie es auch schaffen, das ganze Haus ist befallen, alle BewohnerInnen leiden unter dem Ungeziefer.

 

Immer wieder kommt der Kammerjäger und sprüht Chemikalien. Selbstverständlich verweist dieser dem Betreiber gegenüber auf die hohe Giftigkeit des Präparates und dass das Betreten der Räumlichkeiten erst nach 24 Stunden erlaubt ist. Aber niemand gewährt den BewohnerInnen ein Ausweichquartier, sie sollen sich jedes Mal außerhalb des Hauses aufhalten und eben nicht vorher zurück kommen.

 

Aber welche Alternative hat die Familie, haben die BewohnerInnn? Sollen sie mit ihren Kindern im Park schlafen? Oft kommen sie schon nach nur einer Stunde zurück. Weil die Maßnahme abends stattfindet, die Kinder aber schlafen müssen.

 

Stetige Schlaflosigkeit und die Angst um die Kinder, machen das Lernen, Arbeiten und die Teilhabe an einem geregelten Leben unmöglich. Die Kinder gehen immer seltener zur Schule. Temporär hat Moabit hilft die Familie M in einem externen Hostel auf eigene Kosten untergebracht, weil alle am Ende waren. Sie fühlen sich hilflos, müde.

 

Moabit hilft e.V. bemüht sich redlich seit über einem halben Jahr um Unterstützung seitens des Bezirkes. Es ist kein Durchkommen.

Selbst nach einem gemeinsamen Gespräch mit dem Integrationsbeauftragten Stephan Winkelhöfer, dem Ehrenamtskoordinator Niclas Alt, uns und einem Familienmitglied der Familie M verabschiedete man sich damit, dass Moabit hilft ja einen Unterbringungsvertrag abschließen könnte und sich denn um adäquate Unterbringung kümmern könne, welches wir verneinten.

Der Bezirk kann sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen!

 

Der Bürgermeister des Bezirkes Stephan von Dassel und auch dem Integrationsbeauftragten Stephan Winkelhöfer belassen also die katastrophalen Umstände, in denen Kinder weder schlafen noch leben können, seit über einem Jahr.


Die Gesundheitsgefahren sind bekannt und die Dringlichkeit eines Umzuges aufgrund des Schädlingsbefalls ebenso.

Auch unsere Versuche bei der sozialen Wohnhilfe liefen ins Leere, denn die verweist an das Gesundheitsamt und das dann wieder an das Bezirksamt.
Ebenso werden absurde Bescheinigungen erfordert, wie eine sogenannte „Wanzenfreiheit“ und „Vermieterinfo zum Wanzenbefall“, die die Betroffenen, auch unsere Familie M darlegen soll, damit sie einer neuen Unterkunft würdig ist.

Diese Bescheinigungen sind nicht nur aufgrund von Fremdverschulden unmöglich zu bringen, sondern auch Anbetracht der Erfahrungen der letzten drei Jahre eine Farce. Denn aus jeder Massenunterkunft sind die Menschen ohne diese Auflagen umgezogen, denn einen Wanzenbefall gab es dort ebenso (z.B ICC, Mertensstr., Tempelhof usw.)

 

Auch spiegelt das nachfolgende Zitat die Herabwürdigung der Menschenwürde der Betroffenen wider und marginalisiert, verwischt die Ursachen eines solchen Ungezieferbefalls: „Sonst schleppen Sie ja die Wanzen weiter, die müssen lernen sich an die Regeln zu halten und bereit sein sich zu waschen.“

 

So dreht sich das Leben der Familie seit einem Jahr auf der Stelle. Und wir uns mit ihnen.

 

Selbstverständlich sind wir uns all über die katastrophalen Wohnungsmarktsituation und der benachteiligenden Geburtsdatenregelung im Bezirk im Klaren.

 

Dennoch ist festzustellen, dass die Würde dieser Menschen und die Unversehrtheit von Kindern, das Kindeswohl unsere höchsten Güter, zu bewahren sind.

 

Und wir wollen nicht vergessen, 6 Personen á 25,- EUR/Nacht für 30 Tage sind 4.500,- EUR für ein Zimmer mit Doppelstockbetten und Wanzenbefall.
4.500,- EUR! Dazu gibt es keine Alternative?

 

Das bekannte Versteckspielen in den Verwaltungsstrukturen hinter den Zuständigkeiten muss ein Ende haben.

 

Wir fordern Herrn von Dassel auf, eine Räumung dieses Hostels und eine würdige Unterkunft aller dort ausharrenden, damit sie und die Familie M wieder zur Ruhe kommen können.


Niemand kann sagen, dass dieses nicht möglich ist, denn Kontingente sind vorhanden.


Helfen Sie uns dabei! Unterstützen Sie uns! Damit wir weiter und weiter tätig sein können. Denn genau um sowas aufzudecken, ist unsere Unabhängigkeit essentiell und Ihre Unterstützung wichtig.

 

 

 

Helfen Sie uns, stark zu sein, dass wir die Unabhängige Lobby für Geflüchtete bleiben und unsere Arbeit weiter und weiter fortsetzen können.

 

Kontakt

Moabit hilft e.V.

Turmstr. 21

Haus R

10559 Berlin

 

Fon +49 160 964 8003

info@moabit-hilft.com

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