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Helft uns, damit wir das alles bewältigen können!

Eine Menge Text, ja. Aber jedes Foto ist ein Schicksal und wir müssen helfen !

Und ihr müsst es einfach wissen, wo und wie ihr unterstützen könnt. Ohne euch schaffen wir das nicht!


Hol dir am besten was zu trinken, mach es dir bequem und vielleicht wäre es auch gut, du hast ein Taschentuch griffbereit, denn die letzten Tage waren wie immer, voller Höhen und Tiefen, mit lachen und weinen.

Wir müssen dir, euch davon erzählen.

 

Denn all das, dieser Austausch ist wichtig, dass wir unsere politische Arbeit machen können. Denn wir wollen nicht nur helfen, wir wollen Veränderung, wir wollen Probleme im Kern abschaffen und darum kämpft Diana Tag ein Tag aus.

Sie schreibt ellenlange Papiere, die in Ausschüsse eingebracht werden, liest Gesetzestexte, gibt berechtigte Widerworte, fordert bestehendes Recht ein.


Sie sitzt in Gremien, geht zur BVV, begleitet Abgeordnete ins Abgeordnetenhaus.
Oft muss sie nachts noch durch Berlin tigern, von Termin zu Termin. Und all das sehr zum Hass von Rechten, deren Bedrohung sie wohl so mit am massivsten von uns allen ausgesetzt ist.

 

Und mal ehrlich, wir sind ja unter uns, von uns anderen will den Job echt niemand machen.
Was Diana dort leistet, wie sie sich Gehör erkämpft, für die Menschen, für ein soziales Zusammenleben, Gerechtigkeit, für unsere Grundwerte, die Power muss man im Blut haben. Sie hat das.

 

Unsere Arbeit ist so unterschiedlich, so vielseitig, so speziell, wie es die Menschen sind, die zu uns kommen. Und dabei unterscheiden wir bei Moabit hilft nicht nach Herkunft. Wir separieren nicht.


Denn es ist der Bedarf, die Not, der Mensch der zählt.

 

Helft uns, denn damit wir das alles bewältigen können, brauchen wir unsere Haus R.


Wir müssen Miete zahlen, Anwälte, Bustickets, Hostelübernachtungen, Benzin, Versicherung, Porto, Familienzusammenführung, ach, es ist einfach so viel, das wir tun und noch so viel mehr, das wir tun könnten.

Wir haben nur euch, dich…!

 

Hilf uns mit einer [ Spende ] oder unterstütze uns monatlich als [ Fördermitglied ]. Jeder Euro hilft uns zu überleben und weiter zu machen !

Wenn dieser große Mann aus Afghanistan, fast 2 m groß, zu dir kommt, er sich zu dir runterbeugt und leise, kaum hörbar spricht, dann weißt du, was jetzt kommt, wird nicht einfach.

Er sagt, er kommt, um sich zu verabschieden, er muss gehen, er muss zurück, nach Afghanistan. Er könne einfach nicht mehr. Er spricht sehr leise, sein Blick wird immer wieder starr, seine Gedanken verlieren sich und er stockt. Es erscheint fast endlos, als er weiter spricht. Er möchte sich bedanken, dass wir für ihn da waren. Dieser Mann, dem das Trauma, der Schmerz im Gesicht geschrieben steht, hält es nicht mehr aus. Oft hat er bei uns geweint. Er vermisst seine Familie. Damals, vor fast fünf Jahren, als er aus Afghanistan flüchten musste, ließ er seine Frau und seinen Sohn zurück. Er glaubte, wenn er erst in Sicherheit wäre, dann holt er seine Familie nach, dann wären sie zusammen.
Aber nichts von dem geschah. Ganz im Gegenteil.

Er erfuhr in Deutschland, dass seine Frau schwanger ist und so bekam sie einen Sohn, den er bis heute nicht in den Arm halten konnte. Manchmal nur hatte seine Frau Internet, denn die Lage ist alles andere als stabil.
Stattdessen bekam er eine Ablehnung, einen roten Strich in seinen grünen Ausweis. Das bedeutet: Aussetzung der Abschiebung, eine dieser Duldungen, die den Menschen jede Hoffnung raubt.

Er sagt uns also, er war beim BAMF, er fliegt zurück. Er weiß, er wird vielleicht zur Armee müssen, vielleicht holt ihn die Taliban, aber wenigstens sieht er die Kinder, kann seinen jetzt fast 5 jährigen Sohn in den Arm nehmen. Immer wieder stockt er, sein Blick ist starr, manchmal die Traurigkeit in seinen dunklen Augen unendlich tief. Wir reden mit ihm, fragen ihn, ob er seine Medikamente genommen hat. Er verneint. Denn dieser große weiche Mensch hat eine paranoide Schizophrenie.

Er meint, er hat vor rund zehn Tagen seine Medikamente abgesetzt, und vor einer Woche war er beim BAMF. Ob er die üblichen Rückkehrgespräche dort erhalten hat, das weiß er nicht, er kann sich nicht erinnern. Aber alles was wir versuchen, dass er zum Arzt geht, vielleicht ins Krankenhaus, dass es ihm nicht gut geht, er möchte nicht mehr, er kann nicht mehr.
Und so geht er, mit unseren Telefonnummern, unseren Emailadressen, mit dem Versprechen, dass wir in Kontakt bleiben. Vor rund einer Woche ging der Flieger, wir wissen nicht, ob er noch lebt. Wir hoffen auf ein Lebenzeichen. Und wir bleiben mit der Frage zurück, wie man einen solchen Menschen ein Flugticket ausstellen kann…

Das sind die Momenten wo wir uns schweigend ansehen und wissen, was der andere denkt: wieso war er nicht früher bei uns? Wieso wussten wir nicht vorher von seinem Leid?
Wenn wir doch nur mehr Kapazitäten hätten, vielleicht wäre er dann heute noch hier…


Kapazität fehlt auch Menschen in ihren Unterkünften, der Raum, das Zusammensein.

Also entschieden in der letzten Woche zwei Frauen, die eine aus dem Irak, die andere aus Rojava, dass sie „Dolma“ kochen. Denn bei uns geht sowas. Somit sammelten wir unter uns Geld, damit wir gemeinsam einkaufen, kochen und essen können. Denn genau das fehlt den Menschen, die hier ihr neues Leben finden müssen: Familie.

Auch das ist Haus R, auch das ist Moabit hilft. Ein Ort wie Familie.

Somit gab es ein Dolma, wie es besser kaum sein kann und an alle wird dabei gedacht, denn unser Essen ist sowohl halal als auch vegan und manchmal auch mit Fleisch.
Gemeinsam am Tisch zu sitzen, zu lachen, wie einem die unterschiedlichen Sprachen um die Ohren fliegen. Denn wir sind aus dem Irak, Afghanistan, Frankreich, Iran, Syrien, USA, Rojava, Ungarn, Rumänien, Libyen, Deutschland. An anderen Tagen sind wir aus noch viel mehr Ländern. Was uns alle eint, wir sind Berliner:innen.

Glaubt uns, es war so unfassbar lecker.


Während in der einen Ecke gelernt, am Computer beworben, in der Küche geköchelt, im Büro beraten, am Tisch geschrieben, auf der Couch Tee getrunken wird, sortieren im hinteren Raum bei guter Laune tolle Menschen die Kleidung. Alles wird überprüft, doppelt gecheckt und kommt erst dann nach vorne in die Kleiderkammer.


Denn alles soll und muss einwandfrei sein. Niemand der zu uns kommt soll das Gefühl bekommen, was für nicht mehr gut genug, reicht ja für sie.
Nein, Augenhöhe, Würde und Respekt voreinander, das sind die Keywörter, die für unsere Arbeit essentiell sind.


Im Büro vorne ist die Tür geschlossen, denn da ist das Ehepaar, aus Griechenland voller Verzweiflung nach Deutschland gekommen.


Die Mutter so klein, dass man das Gefühl hat, sie könnte sich in nur einer Hand von uns zusammengerollt reinlegen. Über zwanzig Kilo hat sie in den letzten paar Monaten verloren, sie ist schwanger, die Schilddrüse hat eine Fehlfunktion und noch so viel mehr plagt ihren Körper.

All das hielt sie aus, aber irgendwann ging es in Griechenland nicht mehr.

Sie hatten keinen ausreichenden Zugang zu Ärzt:innen, Medikamente und als sie schwanger wurde hatte sie Angst. Nun sitzen sie bei uns im Büro, sowohl verängstigt als auch hoffnungsvoll.

Somit sprechen wir Arzttermine ab, bemühen uns um Sprachmittler als Begleitung und sind mal wieder fassungslos über das, was wir – wieder mal - über Griechenland erfahren.

Das ist einer der vielen Momente, wo Dianas und Jims Bürotür geschlossen sein muss. Denn die Menschen, die beraten werden, brauchen das Gefühl von Sicherheit und Diskretion.

Griechenland, immer wieder kommen Menschen zu uns, deren Familienmitglieder in Griechenland sind. Immer wieder die Frage, wie man sie holen könne. Immer wieder Verzweiflung. So auch bei einem unserer Leute. Wir nennen ihn Abu.

Abu kommt aus Syrien. Sein Sohn floh zuerst, alleine, mit 15 Jahren, hing fest in Istanbul. Kam nie mit der Familie wieder zusammen.

Am Anfang hoffte er, er könne irgendwann wieder nach Hause, aber daraus wurde nichts. Somit floh er, kam aber nicht weit. Heute ist er auf Chios, eine der griechischen Inseln, näher an der Türkei als an Griechenland. Heute ist er 19 Jahre, alleine auf Chios, in einem dieser menschenunwürdigen Zeltcamps.

Vor wenigen Tagen, Abu war bei uns und arbeitete, half anderen Menschen, rief der Sohn an. Er weinte, er kann nicht mehr, er hat keine Schuhe, keine Kleidung, seit 2 Monaten kein Geld bekommen, er ist so alleine. Er weinte bitterlich. Und er schickte ein Video und der sonst so laute und starke Abu brach regelrecht in Tränen aus, als er sah, wie sein erwachsenes Kind leben muss.

Ein über 50 Jahre alter Mann, der früher zwei Häuser in Syrien hatte, mit Olivenbäumen, mit großen Gärten voller Obst, steht hilflos zwischen uns, er schämt sich, weil er weint und auch wir müssen kämpfen. Mit unseren Tränen, mit unserer Wut.

Gestern schickte der Sohn ein weiteres Video, man erträgt es kaum, was macht Europa bloß mit den Menschen?!
Abu bleibt sonst immer bis 17 Uhr, gestern ging er früher, er hatte keine Kraft mehr, heute kam er gar nicht.

Wir haben beschlossen, dass wir seinem Sohn helfen müssen – und wir werden das tun. Davon berichten wir euch die nächsten Tage und – wallah – wir brauchen euch!

Abu möchte nicht erkannt werden, daher das Foto so wie es ist.


Helfen, unterstützen, hat so viele Facetten im Haus R.
Mittwochs kommt Ahmed, sein Deutsch ist noch krumpelig, aber dafür ist Englisch und Mathematik sein Steckenpferd. Das kommt daher, dass er vorher viele Jahre Lehrer war.

Und so wurde er Teil von uns und hilft anderen bei Hausaufgaben, Grammatik, fiesen Formeln zu verstehen oder einfach geübter beim englischen Sprechen zu werden.
So seht ihr Ahmed, wie er drei wunderbaren Menschen hilft und wie wieder mal Landesgrenzen verschwimmen, einfach egal sind.

Denn es ist unwichtig, ob du – wie hier im Foto – aus Syrien, Afghanistan oder Libyen kommst. Uns verbindet ganz Anderes.


Manchmal hat man aber auch das Gefühl, falsch verbunden zu sein. Und von den Momenten gibt es wirklich viele.

Wenn das Krankenhaus sagt, der Patient muss einen Übersetzer mitbringen – muss er nicht! – oder die eine Sachbearbeiterin der Betroffenen, dass ihr Antrag noch in Bearbeitung ist und sie einfach noch warten muss, das, obwohl schon der Zehnte des Monats ist und noch kein Geld auf dem Konto. Falsch, denn das Sozialgesetzbuch sagt da was ganz anderes.

Das sind diese Momente, wo Jim dann auch mal auf und ab beim Telefonieren läuft. Denn oft ist es wirklich zum Haare raufen.

Dass sich all die Anstrengung aber lohnt, sieht man an der Familie, denen das Jugendamt die Kinder wegnahm.
Davon erzählt das nächste Bild.


Dass sich all die Anstrengung aber lohnt, sieht man an der Familie, denen das Jugendamt die Kinder wegnahm.

Die Eltern, Analphabeten, völlig überfordert, Vater hat über ein Jahr in einem von Assads Foltergefängnissen überlebt, niemand fand so richtig Zugang zu ihnen.

Bis sie endlich den Weg zu uns fanden, auf – wieder Mal – verrückte Weise, denn man sagte ihnen: geh zu Moabit hilft, da ist diese Deutsche, die ist Kurdin.

Wir alle müssen immer wieder lachen, dass Christiane so benannt wird. Woher das kommt? Vielleicht, weil sie so gerne kurdische Musik hört, keine kurdische Hochzeitseinladung auslässt oder Kurd:innen mit einem herzlichen Roj baş begrüßt?
Aber egal, wichtig ist, dass die Familie ihren Weg zu uns fand.

Irgendwie fanden wir Zugang zu ihnen, Christiane mit dem Vertrauensvorschuss, Jim mit einer engelsgleichen Geduld.

Die Konversation war oft schwierig, manchmal blieb nur Hand und Fuß, arabisch spricht nur die Frau, aber auch nicht perfekt und das Kurmandschi hat einen dermaßen harten Akzent, dass auch so mancher Sprachmittler bei uns fast verzweifelt.

Oft schrieben wir uns WhatsApp-Nachrichten und kommunizierten mit Emojis – oft später als es einem lieb war . Aber irgendwie geht es immer, muss.

Über Monate, mit einer tollen Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Jobcenter, der Familie, haben wir es gemeinsam geschafft, dass die Familie nun stabiler geworden ist und die ersten Kinder wieder zu ihnen nach Hause kommen.

Das ging auch nur weil sie – mit viel Glück – eine Wohnung erhielten.


Wir haben nur euch, dich…!

 

Hilf uns mit einer [ Spende ] oder unterstütze uns monatlich als [ Fördermitglied ]. Jeder Euro hilft uns zu überleben und weiter zu machen !

Kontakt

Moabit hilft e.V.

Turmstr. 21

Haus R

10559 Berlin

 

Fon +49 30 35057538

info@moabit-hilft.com

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