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Menschen aus Moabit...gemeinsam !

Wir, vom Moabit Hilft e.V., OMAS GEGEN RECHTS.Berlin, Kein Bock Auf Nazis, Agora, Moabiter Ratschlag e.V., sind die Vereine, die die heutige Kundgebung und den Spaziergang zu Orten rassistischer Gewalt in Moabit heute organisiert haben.

Dies ist unsere Rede:

 

Diese Vereine sind nur ein Bruchteil der Antifaschist:innen und Antirassist:innen in Moabit.

Wir sind viel mehr Moabiter:innen, die täglich zeigen, dass Hass keinen Platz in Moabit hat.
Trotz alledem ist noch viel zu tun!
 
Moabit ist auch ein geschichtsträchtiger Ort, der Rassismus und Antisemitismus an verschiedenen Orten schweigend oder auch laut dokumentiert.
 
Moabit ist ein Ort der vielfältig in seiner Bewohnerschaft, multikulturell, bunt aufgestellt ist. Und trotzdem begegnet PoC, Jüd:innen, Homosexuellen, Romni, Muslim:innen u.v.m. immer wieder Hass.
 
Das ist der Grund, warum wir heute auf die Straße gehen.
 
Wir werden an Orte gehen wie die Turmstraße, der für viele Betroffene ein Ort der Angst ist, weil er ständig durch Racial Profiling auffällt.
 
Wir werden die Heilandskirche besuchen, an der Hunderte Antifaschist:innen vor genau zwei Jahren gegen Nikolai Nehrling (aka 'Volkslehrer') und seinen Einzug in die Stadtteilvertretung demonstrierten.
Einen Moabiter, der den Holocaust leugnet und sich nahezu wöchentlich mittels YouTube-Videos mit hoher Reichweite massiv rassistisch im Internet äußert.
 
Wir werden ein Deportationsmahnmal aufssuchen, das dokumentiert, dass tausende Jüd:innen und Romni während des Nationalsozialismus von dort aus in den Tod fuhren.
 
Wir werden eine Flüchtlingsunterkunft aufsuchen, in der struktureller Rassismus und menschenunwürdige Beherbergung von Geflüchteten an der Tagesordnung sind.
 
All diese Orte bilden nur ein Bruchteil dessen ab was Rassismus/ Antisemitismus/Antiziganismus im Bezirk, damals und heute, ausmacht.
 
Hass ist alltäglich.
Er begegnet Menschen im Supermarkt, beim Arzt oder auf der Arbeit.
 
Deutschland hat ein ernsthaftes Rassismusproblem und das nicht erst seit Hanau oder Halle.
Rassismus fängt nicht mit Gewalt an. Rassismus beginnt da, wo Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer vermeintlichen Herkunft oder einer Religionszugehörigkeit anders behandelt, ausgegrenzt oder diskriminiert werden.
 
Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Rassismus zu bekämpfen und ein diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen. Dafür brauchen wir eine breite und dauerhafte gesellschaftliche Lösung.
 
Nicht nur heute, nicht nur hier, müssen wir jeden Tag Nein sagen, wenn uns Hass begegnet.
Wir müssen aufstehen für die Menschen, die es nicht für sich selber können.
Nein zu menschenverachtende Politik !
Nein zu gesellschaftlichem Hass !
Nein zu Ausgrenzung und Diskriminierung !
 
Es ist Zeit zu handeln uns läuft die Zeit davon!

 

Die Rede von Mo:

 

Rassismus schmerzt, mal mehr mal weniger.

 
Es begegnet mir beinahe täglich. Mir tut es jedes Mal weh.
 
Und manchmal merke ich es gar nicht mehr, ich bin es so gewohnt.
 
Viele Menschen in Deutschland glauben, ich würde schlecht mit Frauen umgehen.
Viele Menschen in Deutschland glauben, sie müssten Angst vor mir haben, wenn ich arabisch rede.
Viele Menschen glauben, ich wäre nur hier, um reich zu werden.
Sie glauben, ich wäre Terrorist oder würde ihnen Arbeitsplätze wegnehmen.
 
Diese Vorurteile sind überall, jeden Tag.
 
Ob ich beim Zahnarzt, in der U-Bahn, bei der Wohnungssuche, im Bürgeramt oder einfach in einem Gespräch mit Menschen bin.
 
Ich versuche die Menschen vom Gegenteil zu überzeugen, das ist so schwer. Es ist so anstrengend und es tut mir weh.
 
Nachts gehe ich auf die andere Straßenseite, damit die Frau, die vor mir läuft, sich von mir nicht bedroht fühlt.
 
Wenn ich meine Fahrkarte in der U-Bahn zeigen muss, hab ich Herzklopfen, weil ich weiß, dass ich anders behandelt werde als andere Fahrgäste.
 
An Orten, wo Drogen verkauft werden, werde ich eher kontrolliert als der weiße Mann in meinem Alter.
 
In einer Behörde werde ich oft wie der letzte Dreck behandelt.
 
Ich gewöhne mich daran, obwohl ich dies nicht möchte.
 
Es ist an euch das zu ändern.
 
Für mich, für uns, für alle.
 
Ich kam als Flüchtling und bin Dank dieser tollen Stadt und vieler guter Menschen ein echter Berliner !
 
Lasst uns der Zukunft zeigen, dass wir viele sind, die es nicht wollen, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung gehasst werden.
 
Ich freue mich, dass ihr meine Nachbar:innen seid.
Gebt ihr mir das Gefühl, dass ich auch gerne euer Nachbar bin.
 
Danke fürs Zuhören!

Kontakt

Moabit hilft e.V.

Turmstr. 21

Haus R

10559 Berlin

 

Fon +49 30 35057538

info@moabit-hilft.com

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