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Mahnwache - letzter Tag des Gerichtsverfahrens und Urteilsverkündung zur Tötung von Momo

Leute,
kommt am Montag zu der Mahnwache, steht mit uns und der Familie Seite an Seite, denn es wird ein schlimmer Tag.
Dieses Gerichtsverfahren war schon schwer genug. Und rückblickend sind wir mehr als schockiert.

Wir haben Einblicke erhalten, die wir kaum für möglich gehalten haben.
Wenn wir die Familie nicht begleitet und unterstützt hätten, sie wären kpl. auf der Strecke geblieben. Denn auch vor Gericht zählen, nach unserer Auffassung, Geflüchtete wenig. Sie erhalten kaum Transparenz in unserem Rechtssystem, es fehlt an Übersetzer:innen, sie müssen selbst sehen, wie sie weiter kommen. Woher hätten sie wissen können, wie und wo man Prozesskostenbeihilfe beantragen kann? Niemand hilft.
Anfangs wurde den Eltern von Momo sogar eine Übersetzung im Gericht ausgeschlagen. Das bedeutet auch, dass das Gericht davon ausgeht, dass sich die Nebenkläger:in (Vater und Mutter) nicht zu Wort melden würden. Und – dass sie in dem Verfahren nichts verstehen müssten.
Herrje, sie sind Nebenkläger:in, sie haben ein Recht darauf, zu verstehen und zu sprechen! Man muss doch den Verfahrensinhalten folgen können.
Erst nach deutlicher Intervention der Anwälte wurde es dann doch gewährt.
Auch bei der Zeug:innenbefragung wurde kaum auf Sprachdefizite geachtet. Ein Kurde aus Syrien wurde statt in seiner Muttersprache Kurmandschi in Arabisch befragt. Selbst uns fiel auf, dass das Arabisch nicht ausreichend war und der arabische Gerichtsübersetzer mehrmals nachfragen musste.
Auch war erschreckend – und so ging es nicht nur uns – in welcher Art und Weise Jugendliche bei diesem Verfahren befragt wurden. Jugendliche scheinen nur vulnerabel zu sein, wenn es in den Kram passt. In einem solchen Verfahren sind sie nichts anderes als entmenschlichte Teilnehmer:innen, die aussagen: Zeug:innen.
Wie sonst kann man sich erklären, dass selbst 14 Jährige so hart befragt werden, dass sie kurz vor dem Kollaps stehen, hyperventilieren und nur durch das Atmen in eine Tüte wieder einigermaßen hergestellt werden können. Jugendliche, die dazu mit ihren eigenen Trauma zu kämpfen haben.
Diese Jugendlichen sitzen 2,5 Meter neben einem Angeklagten, von dem wir wissen, dass er Gewalt impulsiv auslebt.
Der sich Körperverletzungen gegenüber seiner Partnerinnen und sogar deren Müttern schuldig gemacht hat.
Dieser Täter, der diverse Vorstrafen hat, wie Diebstahl, Körperverletzung, mehrfachen gemeinschaftlichen Raubes, Nötigung.
Und genau das war auch für die Nichtjurist:innen, uns und Eltern absolut schockierend, dass dieser Mensch massiv vorbestraft ist.
Nach vielen Wochen der Verhandlungen ist es am Montag soweit, dass die Plädoyers gehalten werden und das Urteil erwartet wird.
Dieser Montag kann nur gemeinsam durchgestanden werden.
Kommt zur Mahnwache vor das Gericht! 14 Uhr bis 17.00 Uhr.

Lasst die Familie am Montag nicht alleine !

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