2. Zwischenbericht von der Verhandlung zur Tötung von Momo

Liebe Menschen,
die Verhandlungen zu der Tötung von Momo 💔 sind kräftezehrend und sehr oft schwer zu ertragen. Da wir Euch einen tieferen Einblick geben wollen, denken wir, dass die Eingabe vor Gericht unserer Anwältin:innen am gestrigen Tag all das sehr deutlich macht, was nur schwer in Worte zu fassen ist:
😢
<<Die Zeugin gab an, den Angeklagten nur wenige Minuten nach dem hier angeklagten Sachverhalt mit seiner Tat konfrontiert zu haben. Sie bestätigte, dass sie ihn aufgefordert hat zu erklären, was passiert ist, und warum er es getan hat. Der Angeklagte habe ihr daraufhin gesagt, dass „dieser kleine arabische Hu*ensohn“ aus „seinen Fehlern lernen“ solle.
Diese Aussage bietet Aufschluss über das mögliche Tatmotiv des Angeklagten. Während in der Hauptverhandlung oft die Rede davon ist, dass der Angeklagte aus einer vermeintlichen „Nichtigkeit“ heraus das Kind Mohammad Amairi getötet haben soll, rückt mit der Aussage der Zeugin ein rassistisches Motiv in den Vordergrund.
Auch die Mordkommission schreibt in ihren Vorführungsbericht:
<<„Beachtlich scheint eine nicht auszuschließende rassistische Tendenz, so bezeichnete der Beschuldigte das Opfer, als er bereits ahnte, dass es für dieses tödlich ausgegangen sein könnte, ihr gegenüber als „kleinen arabischen Hu*ensohn".>>
Es verstört, wenn ein 13-jähriges Kind, das gerade durch einen direkten Stich ins Herzen verstorben ist, als „kleiner arabischer Hu*ensohn“ betitelt wird.
Er verstört noch mehr, wenn es derjenige sagt, der diese Tat zu verantworten haben wird, und der sonst keine andere Erklärung kurz nach der Tat parat hat, warum er gerade dieses Kind abgestochen hat.
Die Tatsache, dass der Angeklagte diese Aussage zwar in engem zeitlichem Kontext, aber dennoch nach dem Abklingen einer tat- oder vielleicht adrenalinbedingten Aufregung getätigt hat, zeigt die Vordergründigkeit dieses rassistischen Motivs.
Es ist fraglich, wie es sein kann, dass jemand wie der Angeklagte, von dem ich vermuten darf, dass auch er wegen seiner Herkunft oder seines Aussehens Ausgrenzung und Gewalt erlebt hat, nun selbst zu diskriminierenden Erklärungsmustern greift, um die hier angeklagte Tat zu rechtfertigen.
Aber der Angeklagte handelte ja im Kontext eines gewissen gesellschaftlichen Klimas.
Auch er musste ja wissen, wie wenig das Leben eines palästinensischen Flüchtlingsjungen in Deutschland wert ist.
Wir müssen alle beobachten, wie Medien, Politik und Gesetzgebung dazu beitragen, das Leben von palästinensischen Flüchtlingsjungen als disponibel zu begreifen. Der Tod genau dieser Kategorie von Menschen wird wiederholt eindrücklich normalisiert.
Wenn sie nur noch als Welle oder Masse, nicht als Menschen, bezeichnet werden, wenn sie als stets gefährlich und störend betrachtet werden; wenn man ihnen nur mit Sanktionen, Regulierung, Inhaftierung, Disziplinierung und Gewalt begegnen kann, so wie auch mit Mohammad passiert; wenn man nicht mehr als Kind betrachtet wird, sondern als „kleiner arabischer Hu*ensohn“, verschwinden sie in einer Masse der entbehrlichen, weil störenden arabischen Jungs.
Das Gericht wird daher zu klären habe, ob diese internalisierte Form des Rassismus das Merkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt.>>
RASSISMUS TÖTET !
Dieses Foto haben wir am Tatort aufgestellt.
Momo darf nicht vergessen werden! 💔😢

Hier die gesamte Berichterstattung von uns:

 

      [ Es tut sehr weh und wir sind fassungslos. ]


      [ Es ist eine wirklich schwere Zeit. ]

 

      [ Mohammad ist nun begraben ]

 

      [ Mohammads Eltern bleibt auch nichts erspart ]

 

      [ Zusammenfassung des 1. Verhandlungstages ]


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